Tuesday 31. May 2016
24. February 2016

5.300 Ordensleute leben und wirken in Österreich

Rückläufige Mitgliederzahl, doch weiter hohe Bedeutung für Gesellschaft und Kirche

5.339 Männer und Frauen gehören aktuell den insgesamt 192 katholischen Ordensgemeinschaften in Österreich an. Das haben die Spitzenvertreter der Ordensgemeinschaften am Mittwoch in Wien im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Tätig sind die Ordensleute vor allem in der Seelsorge aber auch im Sozialbereich, in der Bildung und Kinderbetreuung, im Krankendienst sowie in Kunst, Kultur und Tourismus. Trotz des kontinuierlichen Rückganges der Mitgliederzahl gab es auch 2015 wieder Neueintritte: 51 Postulanten und Novizen in den Männer- und 49 in den Frauenorden.

Exakt 3.643 Frauen leben derzeit in 105 Ordensgemeinschaften in Österreich. Rund 55 Prozent sind über 75 Jahre alt. Der Anteil der unter 40-Jährigen liegt demgegenüber bei rund vier Prozent. Rund jede fünfte Ordensfrau (18 Prozent) ist zwischen 41 und 65 Jahren alt, 23 Prozent sind zwischen 65 und 75. 2015 vermeldeten die 105 Gemeinschaften 166 Todesfälle.

Nichtsdestotrotz spielen Ordensfrauen in Kirche und Gesellschaft weiterhin eine wichtige Rolle: 510 Schwestern wirken in pastoralen Diensten wie etwa in Pfarren oder kirchlichen Bildungshäusern. 420 leben in den mehr als 30 Klausurorden des Landes, 67 sind vorwiegend im caritativ-sozialen Dienst tätig. Weiters sind 291 Schwestern im Kranken- und Pflegedienst tätig, 137 arbeiten in Schulen, Horten oder Internaten.

Männerorden engagiert in Pfarrseelsorge
Die Zahl der männlichen Ordensleute liegt in Österreich deutlich unter jener der Ordensfrauen. Mit Stichtag 31. Dezember 2015 lebten und wirkten exakt 1.696 Ordensmänner in 87 Niederlassungen.

Eine herausragende Bedeutung haben die Männerorden vor allem für die Pfarrseelsorge. Fast die Hälfte der österreichischen Pfarrgemeinden werden von Ordenspriestern betreut. 1.305 der 1.696 Ordensmänner sind Priester, 391 Ordensbrüder.

Die Altersstruktur verteilt sich ähnlich wie jene in den Frauenorden, allerdings mit einer Ausnahme: der Anteil der unter 40-jährigen liegt bei den Männerorden mit 16 Prozent deutlich höher als jener in den Frauenorden. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind aber auch in den männlichen Ordensgemeinschaften über 75.

"Wenig überrascht" haben die Zahlen Pater Franz Helm, den Generalsekretär der Superiorenkonferenz der Männerorden. "Wir wissen ja, dass sehr wenig junge Leute eintreten. Und wir wissen, dass wir sehr viele alte Mitglieder haben., so Helm bei der Pressekonferenz in Wien. Der Nachwuchsmangel und die Überalterung bringe einen gewissen Strukturwandel in den großen Institutionen, Schulen oder Spitälern der Orden mit sich: "Laien spielen eine immer größere Rolle; da können wir auf einen großen Schatz von Mitarbeitern zählen, die mit uns zusammen im Sinne des Charismas der jeweiligen Ordensgemeinschaft arbeiten".

Dem Nachwuchsmangel will man künftig auch mit mehr Engagement in der Berufungspastoral begegnen. "Wir müssen Möglichkeiten suchen", so Helm, "mit Menschen, die religiös sind, die interessiert daran sind, ihr Leben aus einer Glaubensmotivation heraus einzusetzen, verstärkt in Kontakt zu kommen."

Keinen Grund zur Resignation sah auch der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden, Abtpräses Christian Haidinger. Die Orden hätten auch in einer "schwierigen Zeit" den Auftrag, "prophetisch zu bleiben und ihrem Charisma entsprechend neue Betätigungsfelder zu suchen". Als Beispiel nannte Haidinger den Verein "Solwodi", in dem Frauengemeinschaften gegen Menschenhandel, sexuelle Gewalt und Ausbeutung kämpfen.

Außerdem dürften die Zahlen angesichts einer immer stärkeren internationalen Zusammenarbeit der Gemeinschaften nicht rein national betrachtet werden, gab Haidinger zu bedenken. Alleine in der Gemeinschaft der Benediktiner wurden 2015 zehn neue Standorte gegründet. Die Verantwortung der hiesigen Ordensgemeinschaften für die globale Entwicklung hob in diesem Zusammenhang Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, hervor.

Für Sr. Mayerhofer geht es nicht um den Erhalt der einzelnen Ordengemeinschaften an sich, sondern um die Kirche. Die Frage laute: "Wie kann das, das bisher von Ordensfrauen geleistet wurde, kompetent weitergeführt werden, wenn es uns nicht mehr gibt?"

Neue Synergien
Für die Zukunft setzen die Gemeinschaften vor allem auf neue Synergien - Geschlechter- Länder- und Generationen übergreifend. Konkret sichtbar wird das etwa an der Bürogemeinschaft der Männer- und Frauenorden an der Wiener Freyung oder einem neuen Bildungsreferat, das den Auftrag der Ordensschulen unterstützen soll und zugleich von Männer- und Frauenorden getragen wird.

Eine wichtige Rolle spiele das Thema Vernetzung auch für junge Ordensleute, betone Sr. Cordis Feuerstein, Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. Spürbar werde das vor allem in der Ausbildung, die gemeinsame Ausbildungswochen über Bundesländer- Ordens- und Geschlechtergrenzen vorsieht.

Als Neuerungen verwies Schwester Mayrhofer auch auf eine Initiative der Frauenorden. Sie wollen künftig ein "Freiwilliges Ordensjahr" anbieten, als Angebot eines drei- bis 12-monatigen Mitlebens in einer Ordensgemeinschaft, als Auszeit, Neuorientierung und Einblick in die Orden, wobei der Aspekt der Werbung für Ordensberufe nicht im Vordergrund stehe. Gestartet werden soll das Programm im Herbst 2016.

(Infos: www.ordensgemeinschaften.at)

 

 

 

Quelle: kathpress

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