Montag 5. Dezember 2016
20. März 2016

Flüchtlinge sind "Investition in Zukunft der Welt"

Berater der österreichischen Regierung zum Thema Flüchtlinge: "Europa leistet wichtigen Beitrag dazu, Werte und Ideale, die friedliches Zusammenleben ermöglichen, zu globalisieren"

Die langfristig positiven Perspektiven durch die Flucht- und Wanderungsbewegungen hat der Flüchtlingsexperte Kilian Kleinschmidt hervorgehoben. "Das Exil von hunderttausenden Menschen nach Europa wird zu einer Investition in die Zukunft der Welt", prognostizierte der frühere UNHCR-Lagermanager in Jordanien, der seit Herbst 2015 die österreichische Regierung in Flüchtlingsfragen berät. Europa könne als Teil der Weltgemeinschaft einen wichtigen Beitrag dazu leisten, "dass sich die gleichen Ideale und Werte, die es ermöglichen, friedlich zusammen zu leben, globalisieren können", so Kleinschmidt in einem Kommentar für die Zeitschrift der Katholischen Hochschulgemeinde Wien, "Melchior".

 

Zugleich warnte er vor einer "Abschottung" Europas. Diese würde langfristig zu einem Zusammenbruch "unserer eigenen Systeme", des Wohlstands und der europäischen Werte führen. Auch demographische Probleme in einem Erdteil mit immer höheren Durchschnittsalter der Bevölkerung seien absehbar, schrieb Kleinschmidt in seinem Kommentar.

 

Über eine Million Menschen sind 2015 nach Europa gekommen, erinnerte der Fachmann. Gemessen an der seit Jahrzehnten andauernden globalen Wanderungsbewegungen, die fast 250 Millionen Menschen umfassen, erscheint Kleinschmidt diese Zahl so gering, "dass es fast schon an ein Wunder grenzt". Die sich aus der Zuwanderung ergebende "Internationalisierung unserer Demographie" wertet er positiv; sie werde zu "neuen interessanten und wichtigen Brücken führen". Allerdings nur dann, wenn es Europa gelinge, über den eigenen "Tellerrand hinaus zu agieren und globaler zu denken", so Kleinschmidt.

 

Die "Flüchtlinge dieser Welt" hätten die Globalisierung der eigenen Denkweise laut dem Experten bereits vollzogen. Sie seien offen für Veränderung, wollten dazulernen und "ihre eigenen Welten verändern und verbessern", so der Regierungsberater.

 

Begriff "Wirtschaftsflüchtlinge" fragwürdig

 

Ausgelöst habe die gegenwärtigen Flüchtlingsströme eine durch den technischen Fortschritt ermöglichte globale Kommunikation. "Unserer relative Freiheit ist zugänglich und sichtbar geworden - für die meisten der sieben Milliarden Weltbewohner. Es ist für alle erkennbar geworden, dass es Gemeinschaften ohne exzessive Gewalt gibt, Welten, die so friedlich erscheinen und allen die Chance geben, Menschen zu sein." Für Kleinschmidt ist es da "nicht verwunderlich, wenn mehr und mehr Welt-Mitbürger daran teilhaben wollen".

 

Der Experte lehnt deshalb auch eine pauschale Unterscheidung zwischen Menschen, die vor Krieg flüchten und solchen, die vor der "absoluten Armut" fliehen ab; "die nennen sie dann Wirtschaftsflüchtlinge". "Ist es uns aber nicht bewusst, dass die absolute Armut, in der über eine Milliarde Menschen befindet, eine Verletzung der Menschenrechte ist?"

 

Schließlich erwachse die Verantwortung Europas auch aus dem eigenen Wohlstand heraus, "dem wir dem Ungleichgewicht in der Welt verdanken. Unsere Wirtschaft blüht - auch dadurch, dass wir nehmen, aber wenig geben", wie Kleinschmidt hinwies. Trotz dieses "kollektiven Wohlstands", der Sicherheit und funktionierender Sozialsysteme seien viele Österreicher und Europäer "unzufriedene Menschen".

 

 

Quelle: kathpress

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