Samstag 24. Juni 2017
14. Juli 2016

Erzdiözese Wien bilanziert ausgeglichen

Rechenschaftsbericht 2015: Erzdiözese Wien bilanziert mit 130 Millionen Euro ausgeglichen - 78,4 Prozent der Erträge stammen aus dem Kirchenbeitrag - Ausgaben für Seelsorge haben oberste Priorität

Stephansdom

Mit einem ausgeglichenen Jahresbudget von rund 130 Millionen Euro steht die Erzdiözese Wien auf stabilen Finanzen, die zum Großteil aus dem Kirchenbeitrag stammen. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht 2015 der Erzdiözese Wien hervor, der dieser Tage auf der diözesanen Website veröffentlicht wurde. Er belegt die Einnahmen und Ausgaben der mit 650 Pfarren und rund 1,2 Millionen größten Diözese Österreichs. Mit ihren Einnahmen konnte die Erzdiözese ihre finanziellen Verpflichtungen für 910 Priester, 1.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Erhalt von 1.600 kirchlichen Gebäuden erfüllen. Das Gros der Mittel wurde dabei für die Seelsorge aufgewendet.

 

Der Rechenschaftsbericht sei Ausdruck der "Sorge für das gemeinsame Haus", so der Finanzkammerdirektor und Ökonom der Erzdiözese, Josef Weiss, unter bewusster Bezugnahme auf die päpstliche Umweltenzyklika "Laudato si" und ihre Ziele. "Alle die in der Kirche Geld-Verantwortung haben, können nicht wegschauen, sondern müssen diese Ziele in den Blick nehmen", so Weiss, der dabei auch an die Funktion von Geld als "Steuerungsinstrument" erinnert.

 

Leichtes Plus in der Bilanz

 

Erträgen von 128,7 Millionen Euro (2014: 126,7 Millionen Euro) stehen laut Rechenschaftsbericht Aufwendungen von 130,3 Millionen Euro (2014: 128,2 Millionen Euro) gegenüber. Unter Einberechnung von Finanzerfolg, Steuern, und Rücklagen schließt die Erzdiözese Wien das Jahr 2015 mit einem kleinen Überschuss von rund 228.000 Euro ab.

 

Den Löwenanteil an den Erträgen machen mit 101 Millionen Euro und somit 78,4 Prozent die Kirchenbeiträge aus (2014 waren es 98,5 Millionen Euro bzw. 77,7 Prozent). Nur "dank des großzügigen Beitrags" der Katholiken in der Erzdiözese sei die Arbeit der Kirche möglich, hält daher Weiss fest.

 

Der Großteil der Finanzmittel kommt der Seelsorge zugute: Knapp die Hälfte - 48 Prozent - fließt in die Pfarren (Personalkosten: 23,5 Prozent; Mittel für ordentlichen Pfarrhaushalt: 16,3 Prozent; bauliche Zwecke: 8,2 Prozent). Weitere 22,2 Prozent werden für andere seelsorgliche Aufgaben und Dienste verwendet. Demgegenüber werden für Bildung, Kunst und Kultur 7,6 Prozent aufgewendet, für soziale Aufgaben 2,4 Prozent und für Entwicklungshilfe 0,8 Prozent. Rund 19 Prozent werden für die Verwaltung auf Diözesanebene (Gehälter, Betriebskosten etc.) aufgewendet.

 

Neben den Kirchenbeiträgen lukriert die Erzdiözese Wien noch 10,4 Millionen Euro aus der staatlichen Wiedergutmachung (NS-Entschädigungsleistungen). 7,3 Millionen Euro kommen aus Miet- und Pachterträgen, 2,1 Millionen Euro aus Subventionen und Zuschüssen sowie Erträge in der Höhe von 7,8 Millionen Euro aus diversen kirchlichen Tätigkeiten.

 

Stellt man die Summe der Kirchenbeiträge von 101 Millionen Euro den Aufwendungen für die Pfarren und sonstige pastorale Tätigkeiten (insges. 91,6 Millionen Euro) gegenüber, wird deutlich, dass die Seelsorge in der Kirche oberste Priorität hat.

 

(Details unter: www.erzdioezese-wien.at/rechenschaftsbericht)

 

 

Quelle: kathpress

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