Montag 1. Mai 2017
05. April 2017

Autorin Schödl erinnert an große Reformen unter Bischof Kuntner

Ein Fokus des 1994 verstorbenen Wiener Weihbischofs war auch das Aufbrechen eines erstarrten Territorialpfarrsystems

Der 1994 verstorbene Wiener Weihbischof Florian Kuntner hat in seiner Zeit vieles aufgegriffen, was unter dem jetzigen Papst wieder Thema ist. Das betonte die katholische Publizistin Ingeborg Schödl am Wochenende in Wiener Neustadt bei der Präsentation ihres im Tyrolia-Verlag erschienenen Buches "Florian Kuntner - Vom Lausbuben zum Bischof". Schödl und Diakon Helmut Schriffl (Münchendorf) erinnerten etwa an die "Viri probati"-Diskussion, die Diskussion über die Diakoninnenweihe, die Übergabe von Leitungsfunktionen in Pfarren an Diakone und Kuntners Anliegen, das seiner Ansicht nach erstarrte Territorialpfarrsystem aufzubrechen.

 

Schödl berichtete u.a. von Kuntners Beobachtungen in Lateinamerika, wo er eine priesterlose Peripheriegemeinde besucht habe. Die Leitung der Gemeinde habe eine Ordensfrau innegehabt. Bischof Kuntner habe gesagt, die Weihe dieser Frau zu einer Diakonin oder Priesterin wäre eigentlich der logische Schritt. "Kuntner hat aber nicht feminstisch argumentiert. Ihm ist es ausschließlich um das Glaubensleben in der Gemeinde gegangen", so die Autorin.

 

Bei einem Gottesdienst vor der Buchpräsentation erinnerten auch Dompropst Karl Pichlbauer und der Wiener diözesane Weltkirchereferats-Leiter Christian Zettl an das "heilsame Wirken" Kuntners. Dadurch hätten viele "zu einem lebendigen Christsein und zur Freude an der Kirche" gefunden.

 

Kuntners Weltkirche-Referat feierte "30er"

 

Kuntners "prophetisches Licht" leuchte auch durch den Einsatz von vielen jungen Menschen in der Weltkirche weiter, sagte Zettl. Einige Tage zuvor feierte das von Florian Kuntner errichtete diözesane Referat für Weltkirche sein 30-jähriges Bestehen.

 

Anna Gatschnigg und Sarah Macheiner, beide 20 Jahre jung, legten bei der Messe ein eindrucksvolles Zeugnis für das Wirken eines weltkirchlichen missionarischen und solidarischen Geistes ab: 2015 waren sie ein Monat lang auf Solidaritätseinsatz auf den Philippinen und besuchten auch die Prälatur Infanta, zu der auf Initiative der Bischöfe Kuntner und Julio Labayen von Infanta das Dekanat Wiener Neustadt seit 35 Jahren eine Partnerschaft unterhält.

 

Die 19jährige Bernadette Samm aus Lanzenkirchen arbeitet als Freiwillige ein Jahr lang in einem Projekt für indigene Kinder und Familien in Bolivien mit. Sie wandte sich aus Bolivien per Audiobotschaft direkt an die Gottesdienstfeiernden im Dom und berichtete von ihrem Einsatz. Die Hälfte der Kollekte wurde für "ihr" Kindergarten-Projekt im Armenviertel Villa Armonia in Sucre gewidmet. Dort werden Kinder von indigenen Migrantenfamilien betreut.

 

Buch erinnert an "modernen Propheten"

 

In ihrem Buch ruft Autorin Schödl einen Priester und Bischof in Erinnerung, der in Amts- und Kirchenverständnis sowie in seinem bescheidenen und volksnahen Lebensstil als ein "moderner Prophet" gelten kann. Für Schödl, die bereits 16 Bücher - darunter zahlreiche Portraits und Biografien von herausragenden österreichischen Glaubenszeuginnen und -zeugen - geschrieben hat, steht Kuntner für ein "fröhliches Christentum" mit Tiefgang. Ohne Verbitterung und mit großem Mut uns zeitdiagnostischer Sensibilität habe Kuntner, der vor 40 Jahren zum Bischof geweiht wurde, Themen aufgegriffen und sich auch nicht gescheut, politisch und innerkirchlich anzuecken.

 

"Ich bin mir sicher, mit Papst Franziskus hätte Kuntner seine Freude gehabt", so Schödl in einem "Kathpress"-Interview. Bis heute genieße Kuntner außerdem bei den Gläubigen ein hohes Ansehen, da er ihnen stets "auf Augenhöhe" und ohne Attitüden begegnet sei.

 

Florian Kuntner wurde am 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel (Niederösterreich) geboren. Er trat nach der Matura 1952 ins Wiener Priesterseminar ein und wurde 1957 in Wien zum Priester geweiht. Danach war er Kaplan in Gerasdorf, Atzgersdorf und Puchberg. 1962 wurde er Pfarrer von Piesting, 1971 Propstpfarrer der Dompfarre Wiener Neustadt und danach Bischofsvikar für den südlichen Teil der Erzdiözese Wien.

 

Papst Paul VI. ernannte Florian Kuntner am 30. September 1977 zum Titularbischof von Hirina und Weihbischof der Erzdiözese Wien. Kuntner wurde am 20. November 1977 gemeinsam mit Helmut Krätzl durch Kardinal Franz König im Stephansdom in Wien zum Bischof geweiht. Er starb am 31. März 1994 an einer Tropenkrankheit, die er sich bei einer Afrikareise zugezogen hatte, und wurde in der Domherrengruft von St. Stephan in Wien bestattet.

 

Mit seinen deutlichen Stellungnahmen zu Fragen des Friedens, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung erwarb sich Kuntner über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen als Anwalt von Menschlichkeit und Solidarität. Als Präsident der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax") und der österreichischen Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" verschaffte er in Fragen seines "Ressorts" der Stimme der Kirche immer wieder in der Öffentlichkeit Gehör. Der Wiener Weihbischof war auch österreichischer Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio). Zudem war er Vorsitzender des Kuratoriums des Afro-Asiatischen Instituts (AAI).

 

 

Quelle: kathpress

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